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Nur nach vier Minuten waren die ersten Einsatzkräfte am Unfallort.

Tönning | Für mehr als vier Stunden war am Freitag die Bundesstraße 5 in Höhe von Tönning gesperrt. Ursache war ein Frontalzusammenprall zweier Pkw auf der Hauptverkehrsader an der Westküste. Dabei wurden drei Beteiligte lebensgefährlich bzw. schwer verletzt.

Über die Mittellinie geraten

Nach derzeitigem Ermittlungsstand befuhr eine 52-jährige Dithmarscherin zum Unfallzeitpunkt – Alarmierung war um 9.55 Uhr – die B 5 aus Richtung Tönning kommend in südlicher Richtung. Kurz nach der südlichen Abfahrt von Tönning geriet sie nach Auswertung der Spurenlage über die Mittellinie. Dort prallte sie mit dem Skoda-Kombi eines Dithmarscher Ehepaares ungebremst zusammen. Der Opel drehte sich dabei und blieb in entgegengesetzter Richtung am Fahrbahnrand stehen.

Schwere Verletzungen

Bei dem Unglück wurde die 52-jährige Fahrerin eingeklemmt. Schwere Verletzungen erlitten auch der 72-jährige Dithmarscher und seine Ehefrau. Sie hatten die B 5 in Richtung Norden befahren; ihr Skoda-Kombi wurde nach dem Aufprall rechts an die Leitplanke geschleudert.

Landkreisübergreifende Kooperation

Feuerwehren mit Rettungsscheren sowie fünf Rettungswagen aus den Landkreisen Nordfriesland und Dithmarschen waren vor Ort. In einem erstklassigen Zusammenspiel der beiden zentralen Großleitstellen West in Elmshorn und Nord in Harrislee wurden die Einsätze reibungslos koordiniert.

Die Zusammenarbeit zwischen allen Einsatzkräften hat hier vor Ort gut und reibungslos geklappt. Siegbert Peters, Feuerwehr-Einsatzleiter aus Hemme

Rettungshubschrauber im Einsatz

Der Rettungshubschrauber Christoph 42 aus Rendsburg landete um 10.05 Uhr in einem nahen Kornfeld. Am Unglückort waren bereits Notärzte im Einsatz.

Vorbildliche Ersthelfer

Großes Lob gab es vor Ort für diese Ersthelfer, die sofort beherzt eingegriffen haben: Für das Ehepaar Julia und Marco Wott aus Bohmstedt sowie Jo-Ann Hansen aus Arkebek war es „überhaupt keine Frage, hier sofort zu helfen“, erklärte sie ihr vorbildliches Verhalten.

Kilometerlange Lkw-Schlangen

Vor Ort reihten sich schwere Lkw Kilometerweit hintereinander auf; ein Wenden war auf der Fahrbahn nicht möglich. Bei großer Hitze arbeiteten 14 Einsatzkräfte der Hemmer Feuerwehr mit Rettungsscheren und Spreizer über mehr als eine volle Stunde hinweg, um die schwerst eingeklemmte Fahrerin aus ihren Opel-Kombi zu befreien. Zeitgleich übernahmen die Rettungsteams die Versorgung.

Versorgung in Kliniken

Die 52-jährige Fahrerin wurde lebensgefährlich verletzt und weitere Zeit vor Ort im Rettungswagen versorgt. Der Rettungshubschrauber flog sie anschließend ins Westküstenklinikum Heide; dort wartete im Schockraum bereits ein interdisziplinäres Ärzteteam. Das schwerverletzte Ehepaar aus dem zweiten Fahrzeug wurde nach Erstversorgung mit Rettungswagen in Kliniken verlegt.

Feuerwehr-Einsatzleiter Siegbert Peters aus Hemme signalisierte: „Die Zusammenarbeit zwischen allen Einsatzkräften hat hier vor Ort gut und reibungslos geklappt.“

Innerhalb mehrerer Notrufe, die in diesem Bereich – abhängig vom jeweiligen Handynetz – abwechselnd bei beiden Großleitstellen aufliefen, war zunächst von fünf Verletzten die Rede gewesen.

 

Quelle: Husumer Nachrichten vom 08. Mai 2020, Text: Helmuth Möller