Sanierung/Sperrung Eiderbrücke: Gutachten zu wirtschaftlichen Auswirkungen
Eine aktuelle Studie des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft im Auftrag der IHK Flensburg, unterstützt durch den Kreis Nordfriesland, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, den Verein Infrastruktur Westküste/Vestkysten e. V. und den Unternehmensverband Unterelbe-Westküste e. V. zeigt: Eine temporäre Sperrung der Eiderbrücke hätte gravierende Folgen für Pendler, Unternehmen, Tourismus und die Versorgungssicherheit in Nordfriesland und Dithmarschen. Die Brücke als Teil der überregionalen Nord-Süd-Achse der B 5 und eine der wenigen leistungsfähigen Querungen der Eider wird täglich von über 11.000 Fahrzeugen genutzt – im Sommer steigt das Aufkommen durch touristische Verkehre um bis zu 3.300 Fahrten pro Tag. Auch für den Schwerlastverkehr mit 400 bis 500 Lkw pro Tag ist die Brücke von zentraler Bedeutung.
Laut Studie würde eine Sperrung zu durchschnittlich 3,5 km längeren Fahrstrecken und 7–8 Minuten zusätzlicher Fahrzeit pro Fahrt führen. Hochgerechnet auf einen Sommermonat entstünden so bis zu 1,35 Millionen zusätzliche Kilometer und 48.100 Stunden Zeitverlust, was erhebliche Produktivitätseinbußen für Unternehmen und Belastungen für Arbeitnehmer bedeuten würde.
Besonders betroffen wäre der Tourismus: In der Hauptreisezeit sind touristische Verkehre für 40 Prozent des Mehraufkommens verantwortlich. Eine eingeschränkte Erreichbarkeit beliebter Ziele würde zu Umsatzeinbußen führen. Auch der Schwerlastverkehr wäre durch Umleitungen überlastet, da alternative Routen wie das Eidersperrwerk oder die Friedrichstädter Brücke kapazitiv begrenzt sind.
Die Analyse berücksichtigt lediglich die direkten Auswirkungen der Sperrung, wie den zusätzlichen Streckenaufwand und verlängerte Fahrzeiten. Zusätzliche Effekte wie Stauzeiten, Spitzenverkehr und sekundäre betriebliche Kosten wie Dispositionsaufwand und Standzeiten sind nicht in den berechneten Zahlen enthalten, dürften jedoch den wirtschaftlichen Schaden erheblich verstärken.